
Er appelliert an alle Bürger, ihre Kritik auch an den Bund zu richten.
„Die Beschwerden von Otmar Leppla und Reinhard Schiel über nächtlichen Hubschrauberlärm kann ich voll verstehen", sagt Grumer. Stadt und VG Landstuhl hätten bei der Bundes- und Landesregierung um Unterstützung gebeten. Vor kurzem habe er die Forderungen noch einmal in einem Brief an den Bundesverteidigungsminister zum Ausdruck gebracht und auch gegenüber den Amerikaneren wiederholt. Die Nachtfluggenehmigung gehe auf eine Verfügung des damaligen Verteidigungsministers Rudolf Scharping (SPD) zurück.
Eine Nachfrage bei der Luftwaffe in Bonn habe am Donnerstag allerdings ergeben, dass sich nur wenige Menschen aus der Region am Bürgertelefon der Bundeswehr (0800-8620730) wegen der Hubschrauberflüge beschwerten. „Alle Betroffenen sollten dort anrufen und damit die VG in ihren Bemühungen zur Reduzierung der Hubschrauberflüge unterstützen", so sein Appell (siehe auch „Kreis kompakt"). (...)
Kommentar der "Rheinpfalz" ("Eingekreist")
Hubschrauber-Übungsflüge stören immer. Egal wann und wie lange. Doch die Bürger der Region haben gelernt, mit den Streitkräften zu leben. Sie nehmen Störungen in Kauf, sind allerdings auch nicht unbegrenzt belastbar. Die Forderung des CDU-Gemeindeverbands Landstuhl, die Betriebszeiten des Heliports Landstuhl an die der Air Base Ramstein anzugleichen, klingt vernünftig. Dort gibt es nach 22 Uhr keinen regulären Flugbetrieb mehr.
Doch die Genehmigung der Helikopter-Übungsflüge durch das Bundesverteidigungsministerium sieht nach wie vor Flüge nach 24 Uhr vor - einzig auf Schwebeflüge soll verzichtet werden. Die Landesregierung hat also nicht mehr erreichen können, dafür muss sie sich Kritik gefallen lassen. Eine von Polemik strotzende Antwort, wie sie das Ministerium nach Landstuhl schickte, ist nicht angebracht.
Bürgermeister Klaus Grumer hat bei unserem „Heißen Draht in die Redaktion" geplagte Bürger ermuntert, sich am Bürgertelefon der Bundeswehr zu beschweren. Gute Idee.
(Charlotte Drewitz)