Internationale Schule im Schwesternhaus?

Landstuhl: Das historische Gebäude der Bischof-von-Weis-Stiftung als Alternative zur Beilstein-Schule

 

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Auf ihrer Suche nach einem geeigneten Domizil für die Internationale Schule haben die Investoren auch Interesse an einer Nutzung des früheren Schwesternhauses auf dem Gelände des Kinderheims St. Nikolaus in Landstuhl gezeigt. „Es gab bereits zwei intensive Vor-Ort-Termine“, berichtet Gereon Kohl, Vorstand in der Funktion eines Geschäftsführers der Nikolaus-von-Weis-Stiftung, auf Anfrage. „Was daraus wird, ist aber noch völlig offen.“

Nach dem Aus für das altersgerechte Service-Wohnprojekt in dem historischen Gebäude (wir berichteten) kam Kohl die Anfrage der Investoren Recht. Denn die Bischof-von-Weis-Stiftung würde das geräumige Haus mit seinen drei Etagen plus Dachgeschoss gerne verkaufen, damit es genutzt wird und nicht verfällt: „Wichtiger als der Preis ist uns aber, was dann dort hineinkommt“, betont der Geschäftsführer: „Und eine weitere Schule würde wunderbar in unser Umfeld passen.“ Auch Synergieeffekte – etwa eine gemeinsame Nutzung der Turnhalle oder des pädagogischen Hochseil-Gartens – kann er sich vorstellen.Auch die Investoren hätten am Umfeld und den Ausbaumöglichkeiten des Gebäudes Gefallen gezeigt. „Auf der anderen Seite gab es jedoch auch Bedenken, zum Beispiel wegen der Größe.“ Rund 4000 Quadratmeter Nutzfläche bietet das frühere Schwesternhaus, das Dachgeschoss mitgerechnet. „Das ist wahrscheinlich zu groß, aber man kann sich da ja noch was überlegen“, sagt Kohl. Die Investoren hätten signalisiert, „dass das Gebäude für ihre Zwecke verwertbar ist“. „Aber bislang wurde nichts konkret. Die Entscheidung und auch der Zeitpunkt, wann diese fallen soll, sind noch völlig offen.“

Die Landstuhler CDU begrüßt den Vorstoß: „Wir sehen Landstuhl als idealen Standort für eine Internationale Schule im Großraum Kaiserslautern“, so die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Elke Dick und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Markus Marhöfer in einer Pressemitteilung. Als Gebäude in idyllischer und ruhiger Waldrandlage biete sich der Komplex des ehemaligen Klosters an. Zugleich sei das Areal zentrumsnah und gut auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. „Die Interessenten für eine Internationale Schule kommen weniger aus den Reihen von international tätigen Firmen, sondern vor allem auch aus den Reihen von Nato-Militärangehörigen, die im Raum Ramstein und Landstuhl leben und arbeiten. Aber auch von Kaiserslautern aus ist der Standort Landstuhl gut zu erreichen, unter anderem mit der S-Bahn“, betonen die beiden CDU-Politiker und fordern Stadtbürgermeister Ralf Hersina (SPD) auf, „hier energisch die Interessen der Stadt wahrzunehmen und sich aktiv um die internationale Schule zu bemühen“.

„Ich bin im Gespräch mit der Bischof-von-Weis-Stiftung und der Zukunftsinitiative Westpfalz“, sagt Stadtbürgermeister Hersina auf Anfrage. Mit dem Investor selbst habe er noch keinen Kontakt gehabt. „Aber als Stadt können wir ohnehin nur als Vermittler tätig werden und die Stiftung so gut es geht in dieser Frage unterstützen.“ Aus dem Nato-Umfeld wisse er, dass ein großer Bedarf nach einer Internationalen Schule in der Region bestehe. „Meine Kollegen wünschen sich diese lieber heute als morgen“, berichtet Hersina, der im Hauptberuf als Offizier bei der Nato beschäftigt ist. Zugleich betont er, dass „noch nichts in trockenen Tüchern ist“ und warnt davor, durch öffentliche politische Diskussionen über den Standort das Projekt in Gefahr zu bringen.

„Mir ist es wichtig, dass wir in der Öffentlichkeit einmal dem Eindruck entgegentreten, den der Oberbürgermeister von Kaiserslautern zu erwecken sucht, nämlich dass es zur Beilstein-Schule in Kaiserslautern als Standort einer Internationalen Schule keine Alternativen gibt“, sagt dagegen Peter Degenhardt, CDU-Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl und Mitglied des Kuratoriums der Zukunftsinitiative Westpfalz, die das Projekt Internationale Schule initiiert hat. Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) hat nach eigener Aussage dem Betreiber der Internationalen Schule, der SBW International School Kaiserslautern, in einem Brief die Beilsteinschule als Standort vorgeschlagen und um die Verfassung eines gemeinsamen „Letter of Intent“ (Absichtserklärung) gebeten, was auf positive Resonanz gestoßen sei (wir berichteten in der Freitagsausgabe). Weichel äußerte sich gegenüber der RHEINPFALZ überzeugt, eine Lösung für die Internationale Schule gefunden zu haben.

„Damit wird der Eindruck erweckt, dass es zu Kaiserslautern keine Alternative gibt“, kritisiert Degenhardt. „Natürlich gibt es, was den Landstuhler Standort angeht, noch viele Dinge zu klären.“ Aber das gelte auch für die Beilstein-Schule. Deshalb sollten alle Optionen geprüft werden, betont der Bürgermeister. „Und es gibt eben sehr wohl Alternativen zum Standort Kaiserslautern.“ (oef)

 

Quelle

Ausgabe - Die Rheinpfalz - Pfälzische Volkszeitung - Nr. 72

Datum - Donnerstag, den 26. März 2015

Seite - 21

 

 


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